Altenberg

Die Geschichte von Altenberg und der Klosterkirche ist  hinreichend bekannt und in vielen Büchern und Internetseiten veröffentlicht.

Daß wir den "Bergischen Dom", so wie wir ihn heute kennen, nicht zuletzt einem Mann italienischer Abstammung verdanken, ist weniger bekannt.

Vincenz von Zuccalmaglio(1806-1876), "Montanus Der bergische Heimatdichter Vincent von Zuccalmaglio, genannt "Montanus" (der Bergische), schrieb einen oder mehrere Briefe an König Friedrich Wilhelm III mit der Bitte, die 1815 durch einen Brand zerstörte Klosterkirche als wertvolles Kulturgut wieder herrichten zu lassen. Er soll seinen Klienten Franz-Egon v. Fürstenberg-Stammheim - der mittlerweile Besitzer der Domruine war - für die Dom-Rekonstruktion begeistert und dazu bewegt haben, das Klostergelände zwecks Wiederaufbau dem Preußischen Staat zu schenken. Der Wiederaufbau fand dann in den Jahren  1836 - 1847 statt, mit der Auflage, die Abteikirche für beide Religionen als Simultankirche zu öffnen. Der in Schlebusch geborene Montanus soll auch den Begriff  "Bergischer Dom"  geprägt haben.

Buchtipp: Else Yeo
Die Abteikirche Altenberg, der Kölner Dom und die Familie von Zuccalmaglio.



Nachstehend: Drei Sagen von Altenberg

Der Fluch von Altenberg

Beim Kloster Altenberg befanden sich früher sieben Teiche, in welchen die Mönche ihre Fische mästeten. Einst hatte ein Mönch des Klosters eine Jungfrau verführt. Als das im Kloster ruchbar wurde, beschloß man den Tod des Mädchens, damit jeder Makel vom Kloster ferngehalten würde. Man führte es auf einen Damm von einem der Fischteiche, um es hinabzustoßen in die kalten Fluten. Aber ehe dies geschah, erhob die Jungfrau drohend ihre Hand gegen das Kloster und sprach einen schauerlichen Fluch über dasselbe aus, dabei prophezeiend, daß es durch Flammen zugrunde gehen werde.

Der Fluch ging in Erfüllung. Niemals ging eine Leuchte der Wissenschaft aus jenem Kloster hervor, und Flammen verzehrten teilweise das ehrwürdige Kloster mit der Kirche.
[Schell S. 209 (V.583)]


Die Rosen von Altenberg

Im Hochaltar des Domes zu Altenberg befanden sich früher im gemalten Holzschnitzwerk zwei Rosen, eine weiße und eine rote, mit denen hat es folgende Bewandtnis:

Ein Bruder des Klosters lag einst schwer leidend darnieder, und mit ihm flehten alle übrigen Brüder, dass ihn der Himmel durch den Tod von seinem Schmerzenslager bald erlösen möge. Da sprosste im Mönchschor, wo der kranke Bruder gewöhnlich zu sitzen und zu beten pflegte, eine weiße Rose hervor. Drei Stunden danach starb der Kranke. Seitdem wiederholte sich das Zeichen. Stets fand derjenige, welchem der Tod bevorstand, drei Stunden vor seinem Ende eine weiße Rose auf seinem Platze. Dies währte so lange, bis einst ein junger, lebenslustiger Mönch, der dieses Todeszeichen auf seinem Stuhle fand, es seinem Nachbar hinschob. Da ward die weiße Rose plötzlich rot, wie von Blut übergossen, und beide Mönche starben darauf.

Seit dieser Zeit erschien das Zeichen nicht mehr.

Der Klosterstandort

 Eine typische Wanderlegende, die auch von anderen Klöstern erzählt wird, ist die Geschichte von der Neugründung Altenbergs: Da sich die alte Burg auf dem Bülsenberg bald als ungeeignet für ein Kloster erwies und zudem die Lage auf einem Berg gegen eine Grundregel der Zisterzienser verstieß, suchte man lange und eifrig nach einem Bauplatz, ohne einen geeigneten zu finden. Schließlich luden die Mönche alle Baupläne sowie das Wappen des Klosters auf einen Esel, führten diesen ans Burgtor und ließen ihn frei laufen.

An der Stelle, wo der Esel sich niederlegen würde, sollte das neue Kloster entstehen. So geschah es: Der Esel legte sich hin an der Stelle, an der heute der Altenberger Dom steht. Dieser wurde, wie auch die anderen Klostergebäude, mit den Steinen der alten Burg Berge errichtet. 

Weitere Sagen unter www.graf-von-berg.de


Zum heutigen Altenberg:

Was uns in Altenberg gefällt: Altenberg ist wie eine Oase der Ruhe inmitten von rundherum ablaufender Betriebsamkeit und Hektik, die, durch die (noch) vorhandene natürliche Einfriedung aus altem Baumbestand und der teilweise vorhandenen Klostermauer, außen vorgehalten wird. 

Leider sind durch das Auslichten des Strauchbewuchses zwischen den Bäumen Autos und Motorräder auf der Umgehungsstraße zu sehen und zu hören. Eine Folge von falsch verstandenem Sauberkeitsdenken. Gefallen haben uns aber die Erneuerung des verfallenen Mauerstückes am Malerwinkel, die Ausbesserung der Wege und die Pflege der Bänke und Teichanlagen. 

…..Und dann natürlich „unser“ Dom, der für uns deshalb so einzigartig ist, weil er, zumindest von der Nordseite betrachtet, frei von anderen störenden Bauwerken zwischen natürlichem Baumbewuchs und landwirtschaftlich genutzten Flächen steht. Ich kenne keine Kirche dieser Größenordnung, die sich so harmonisch in eine unverbaut grüne Landschaft einfügt. Wird diese Symbiose gestört, degradiert man den Altenberger Dom - trotz seiner baulichen Schönheit - zu einer Allerweltskirche, wie sie in jeder größeren Stadt zu finden ist.

Man kann nur hoffen, daß im Zuge der Regio2010 keine weiteren Auslichtungsmaßnahmen durchgeführt werden.
Wer von den Zufahrtsstraßen diesen Dom nicht sieht, der darf wegen völliger Blindheit auch nicht Autofahren.

Dom ohne Bäume So würde Altenberg und der Dom ohne Bäume aussehen!

Was uns in Altenberg nicht gefällt: Die Ausstellung von Steinwerken und Bauteilfragmenten (Lapidarien) ist lobenswert und für den interessierten Bürger sicherlich aufschlussreich. Nur die Präsentation in den scheußlichen, so gar nicht in das "Altenberger Bild" passenden Glaskuben, die zudem unangenehm hell beleuchtet sind, stört die abendliche Atmosphäre in beträchtlicher Weise. Hier hätte man bei einigem Nachdenken – sicherlich für’s gleiche Geld - einen zum übrigen Baustil besser passenden Rahmen finden können.

Glaskuben      iGlaskuben     Glaskuben in Altenberg

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